Tag des offenen Denkmals

10. September

Auf gleich zwei Veranstaltungen gab der Verein „RAUZWI – Lebendige Archäologie Mittelweser e.V.“ am landesweiten „Tag des offenen Denkmals“ am vergangenen Sonntag einen umfangreichen Einblick in seine Aktivitäten.

In den vergangenen sechs Wochen hatten archäologische Grabungen auf einer Fläche an der Steyerberger Straße stattgefunden. Hier konnte sich nun die Öffentlichkeit über die Ergebnisse dieser Arbeit sowie über das Thema Archäologie im allgemeinen informieren. Die erste Vorsitzende des Vereines, Gundula Tessendorff, sowie der Grabungsleiter Tobias Scholz standen für alle Fragen Rede und Antwort. Selbstverständlich gab es auch Führungen über das Ausgrabungsgelände.

Am etwa einen Kilometer entfernten altsächsischen Gräberfeld hatte der Verein im vergangenen Jahr ein sogenanntes Grubenhaus errichtet. Unter dem diesjährigen Motto „Macht und Pracht“ wurde dieses am Sonntag von Geschichtsdarstellern „belebt“. Die ehrenamtlichen Mitglieder Sandra und Michael Wiemann, Melanie Vogt, Kathrin Homann sowie Ulrich Klages begrüßten die Besucher an diesem Tag in historisch korrekt nachempfundener Bekleidung und brachten ihnen das Leben in der Spätantike sowie des frühen Mittelalters nahe. In einer Erdesse schmiedete Michael Wiemann Eisen und fertigte einige Haken und weitere Metallteile vor Ort an. Im Grubenhaus selbst ging es um das Thema Textilherstellung. Hier hatten die Aktiven eine frühmittelalterliche Webstube mit einem Gewichtswebstuhl eingerichtet, dessen Funktion von Kathrin Homann erläutert wurde. Weitere Methoden von textilen Techniken wurden von Sandra Wiemann an einem zweiten Webstuhl außerhalb des Grubenhauses anschaulich erklärt. Zum Thema „Macht und Pracht“ präsentierte Ulrich Klages seinen handgewebten Prachtmantel sowie einen Sax, ein einschneidiges Hiebschwert. Beide Exponate sind nach archäologischen Fundlagen rekonstruiert worden. Sie griffen das Museumsthema hervorragend auf und wurden von den etwa 100 Besuchern an diesem Tag ausgiebig bestaunt. Ein weiterer Höhepunkt des Tages war eine zweistündige Führung über das altsächsische Gräberfeld. Anhand „mobiler Gräber“ konnte Ulrich Klages den etwa 30 Teilnehmern das Leben und die Lebensverhältnisse der Menschen in der damaligen Zeit plastisch vor Augen führen. Er unterstrich hierbei die kulturhistorisch wichtige Bedeutung dieses im Jahr 1953 entdeckten Gräberfeldes, das eine kontinuierliche Belegungszeit vom 4. bis zum 9. Jahrhundert aufweist.

Das Interesse war groß. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die frühe Geschichte vor den Toren von Liebenau und Steyerberg zu informieren. Dabei konnten sie sich auch mit Kaffee und Kuchen stärken. Viele Besucher waren beeindruckt vom Wissen und Engagement der Vereinsmitglieder und äußerten den Wunsch, den weiteren Aufbau der frühmittelalterlichen Hofanlage zu verfolgen.

Beworben wurden beide Aktionen von „RAUZWI“ auch in der „Denkmaltour“ des Landkreises Nienburg, der gemeinsam mit der Samtgemeinde Liebenau, dem Flecken Steyerberg, dem ADFC und den Denkmaleigentümern eine geführte Fahrradtour zu diesen und weiteren Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals angeboten hatte.

Erste Geländearbeiten

Am 15. April 2017 wurde das Dreiecksgelände mit weiteren Features aufgepeppt:

In Absprache mit Sandra und Hildegard vom Geländeplanungsteam haben wir (Anja und Bettina) bei Hildegard verschiedene Pflanzen ausgegraben (dickes Dankschön an Hildegard dafür!) und in Form einer Hecke auf das Dreieck gepflanzt. Die Hecke beginnt ziemlich weit Richtung Straße und zieht sich entlang der jetzigen Feldgrenze. Zwischen den kleinen Heckenpflanzen und dem Feld liegt nun der Strauchschnitt. Wir haben die Sträucher zurückgeschnitten und teils auch Blätter entfernt, damit sie nicht so viel Wasser verdunsten und es beim Anwachsen leichter haben. Das hat zur Folge, dass man sie nicht mehr so gut sehen kann. Von dem Strauchschnitt erhoffen wir uns etwas Schutz für die Pflänzchen.

Da die Hecke vor allem Sicht- und Windschutz bieten soll, haben wir von der Straße aus gesehen mit Weißdorn, einer Heckenrose und Ilex angefangen, dann Holunder und Haselnüsse gesetzt und dazwischen eine Erle und eine Linde.

Jenseits der Eiche, also von dort aus weiter am Feld längs Richtung Aue, haben wir Bruchweiden gesteckt - und zwar als lange, dicke Hölzer in Vorbereitung der künftigen Kopfweidenform. Künftig sind auch noch zum Korbflechten geeignete Weiden (Korb-, Silber- oder Purpurweiden) angedacht, solche standen uns jetzt nicht zur Verfügung.

An der Sitzgruppe haben wir in der Hauptwindrichtung ebenfalls ein paar Weiden gesteckt. Also wir dort saßen, haben wir nämlich bemerkt, wie extrem zugig es dort ist. Also: Völlig sinnlos wirkende Pömpel bitte einfach stehen lassen.

In der Mittagszeit kam Volker vorbei und hat unter MIthilfe von Jens einen weiteren Pfosten für unser Kompostklo gesetzt. Auf dem Foto ist es der ganz links.

Zum Schluss haben Jens und Heiko noch ein Regalbrett im Grubenhaus angebracht, außerdem einzelne Haken. Dabei haben sie Löcher nur in die Wandbohlen gebohrt, damit die tragenden Teile unversehrt bleiben. Jetzt muss man endlich nicht immer alles auf die Erde legen.

Geschafft: Einweihung des sächsischen Grubenhauses

25. März

Wir sind froh und stolz, die Fertigstellung unseres ersten Gebäudes am Gräberfeld feiern zu können. Das haben wir der Unterstützung vieler Verbündeter zu verdanken: Fachliche Hilfe kam von Seiten unseres Beirates und weiterer Experten, umfangreiche Unterstützung durch die Gemeinden – manchmal auch ganz unbürokratisch auf dem kleinen Dienstweg. Besonders hervorzuheben ist auch das tatkräftige Engagement unserer Vereinsmitglieder und vieler Freunde. All diese Anstrengungen tragen nun erste Früchte. Unser Grubenhaus ist „bezugsfertig“. Außerdem haben wir in den letzten Wochen nochmal Gas gegeben, um das Gelände etwas herzurichten und ein paar Sitzgelegenheiten zu schaffen.